„It always rains in Wuppertal“ (1)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle Photograpien: Copyright by Bersarin, 2011 (Aufgenommen Wuppertal Juli 2010)

6 Antworten

  1. So, wie Sie auf die Zwerge abfahren, wäre es wirklich schade, wenn Sie sich den Märchenpark in Altenberg entgangen gelassen hätten. Und wie sieht es mit dem Arboretum in Wuppertal aus?

    Jedenfalls ein treffendes Porträt einiger Aspekte einer schwer zu definierenden Stadt. Ist sie am Ende? Provinziell? Ein Ruhrgebietsausläufer? Ein urbanes Idyll im Bergischen Land?

    Übrigens sagt der Wuppertaler „Wuppdika“ statt „Helau“ oder „Alaaf“. Ein Karnevalsgruß, der irgendwie passt. Vielleicht eine Kurzform von „Über die Wupper kamen wir, über die Wupper gehen wir.“

    13/01/2011 um 23:07

  2. Dunkle Wolken über Wuppertal….
    Fotos aus interessanten Blickwinkeln, ungeschönt und teils ziemlich sperrig. Latent unidyllisch. Obwohl es dort auch Idyllen gibt, paradiesisch und friedlich.
    Liebe Grüsse von Rosie

    14/01/2011 um 00:02

  3. Nörgler

    Bersarin zeigt uns den Begriff der Sache – er ist der Photograph des Wesens.
    ___________________

    Das zum äußersten gesteigerte Grauen unserer lächerlichen Zwergenwelt ist darum so furchtbar, weil Lächerlichkeit und Grauen ihre Momente aneinander haben. Diese Bilder sind wahrhaft „dialektisch“.
    Schrecklich. Ich kann da gar nicht lange hinsehen.
    Das Diskursive, die begriffliche Fassung, bietet immer auch Schutz vor dem, was es erfaßt. Das Ästhetische kehrt dieses Verhältnis des Erfassens um: Im Ästhetischen begegnet uns das Monster, welches das Mysterium des begriffslosen Grauens ist, unmittelbar.

    14/01/2011 um 10:14

  4. Bersarin

    @ Hanneswurst
    Vielen Dank, ja Wuppertal ist eine schillernde, vielfältige, eigentümliche Stadt. In der kurzen Zeit, die wir dort waren, kann ich sicherlich nicht angemessen urteilen: Aber mein erster Eindruck ist der, daß alle Aspekte ein wenig zutreffen, und sicherlich gibt es in dieser Stadt auch Refugien. Doch wir waren vom gesamten Ruhrgebiet, von allen Orten, wo wir uns aufhielten, begeistert.

    Für den Märchenpark in Altenburg und das Aboretum hat die Zeit leider nicht mehr gereicht. Wenn man sich wie ein Flaneur durch eine Stadt bewegt und photographiert, dann vergeht die Zeit im Fluge. Man muß sich treiben lassen, in Nebenstraßen begeben, stehenbleiben, schauen, in Wohnfenster hineinsehen, einen Blick in eine Kneipe werfen, schauen, was in die Papierkörbe geworfen wird.

    Falls ich noch einmal ins Ruhrgebiet reise, dann sehe ich mir auch den Märchenpark und das Aboretum an. Ich werde dann auch einmal bei Ihnen zu Besuch vorbeischauen. Ich mag im übrigen gerne Pflaumenkuchen (natürlich nur im Herbst), zusammen mit einer Tasse guten Bohnenkaffee. Und vielleicht kann ich dann hinterher ausrufen wie Special Agent Cooper in „Twin Peaks“: „Ein verdammt guter Kaffee!“ Zum Abendessen bleibe ich nicht, es sei denn, Sie forderten mich explizit dazu auf und böten alkoholhaltige Getränke und spielten ein wenig aus Ihrer Plattensammlung vor.

    @ wholelottarosie
    Vielen Dank für Deinen Kommentar. Wir hatten für Wuppertal nur einen Tag Zeit. Ich zeige aber noch weitere Bilder. Idyllen kann ich allerdings nicht geben. Es ist dies auch in problematischer Begriff. Im ganzen war Wuppertal – obwohl sehr eigenwillig – sehr interessant,

    @ Nörgler

    Danke. Was Du schreibst, trifft es und geht genau in die Richtung, wie die Bilder gemacht wurden. Es sind dies die wunderbarsten Momente, wenn ich in den Rausch dieses Photographierens gerate. Ich will diesen Zustand aber nicht so sehr beschwören oder beschreiben, weil er womöglich irgendwann wieder verschwindet. Viel wichtiger als die Produktionsseite, wie man sich zu den Dingen verhält, ist aber sowieso das Bild als solches. Manchmal empfinde ich es als sehr schade, daß ich nicht viel mehr Zeit habe, diese Dinge auszukomponieren, zu vertiefen.

    Insbesondere dieses Verhältnis von Begriff und Anschauung halte ich für zentral. Daran gekoppelt ist die Kategorie des Ausdrucks, die ja für beide Arten der Darstellung in ihrer Weise die Sache spezifisch trifft. Womit man bei der Philosophie Adornos und Benjamins ist, die hier einen unhintergehbaren Bezugspunkt abgeben. (Und bei aller Derrida-Lektüre merke ich das immer mehr.)

    Adorno war gegenüber der Photographie als Kunst ja eher skeptisch, aber es gibt aus den späten Jahren eine Photographie, wo er sich mit dem Selbstauslöser vor einem Spiegel ablichtete. Dieses Bild ist ungeheuer schillernd und beredt. Es spricht die Skepsis und die Faszination gleichermaßen aus dieser Photographie. Ich denke, daß ich zu diesem Photo demnächst etwas schreiben werde, um das dann mit den Passagen Adornos, die er über die Photographie schrieb, gegenzulesen.

    ____________

    Ein Lob muß und vor allem will ich auch an jene Freundin aussprechen, mit der ich diese Reise tat: Sie war immer geduldig und hat mich nie gedrängelt, wenn ich dabei war zu photographieren; vor allem ist sie mir selten nur ins Bild gelaufen. Die meisten Begleitungen sehen nicht, daß man photographiert, laufen ins Bild, in die Straßenszene hinein, die ich minutenlang abpaßte, damit mir kein Lebewesen durch das Bild rennt, was in Städten nicht immer einfach ist. Die Begleitung spaziert also los und schon ist alles hinüber. Hier war es nicht so. Eher bin ich ihr vor die Filmkamera gelaufen.

    14/01/2011 um 13:43

  5. Wie wäre es mit einer Fotoreise nach Detroit:

    http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/19941/wirtschaftlicher_totalschaden.html

    Das scheint ja das Wuppertal der Zukunft zu sein.

    17/01/2011 um 12:33

  6. Bersarin

    Detroit (überhaupt die USA) sind ein ganz wunderbares Reiseziel. Allerdings sollte man in Detroit wohl etwas genauer hinsehen und sich informieren, wo man gerade Photos macht. Danke aber für die Bilder.

    18/01/2011 um 17:32

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